Mittelalter und Neuzeit

Wege durch die Zeiten

Zu den jüngsten Befunden gehören Spuren eines mittelalterlichen Weges, wie sie nur sehr selten erhalten und nachweisbar sind. Unter neuzeitlichen Aufschüttungen wurden bei Westerhausen ein über lange Zeit benutztes Wegekreuz mit Fahrspuren entdeckt, das vom 10. Jh. bis in die Neuzeit befahren wurde. Parallel zu den mittelalterlichen Fahrspuren verläuft heute noch ein Feldweg.  So kann - rechnet man die ebenfalls parallel verlaufende B6n zeitlich dazu - eine Wegekontinuität von mindestens 1000 Jahren nachgewiesen werden. Ein Grenzstein aus den Verfüllschichten zeigt, dass der Weg im 19. Jh. exakt an der Grenze zwischen Braunschweig und Preußen verlief.

Nach Entfernen der Verfüllung sind die tiefen
Fahrspuren deutlich zu erkennen.


Der Wegezug bei der Wüstung

Brunnen der Wüstung, darin der rechts zu sehende Hohlpfennig.

Der Graben im Profil,
i
n der Verfüllung lagen u. a. Dachziegelfragmente vom Mönch/Nonne-Typ.

 

Die Wüstung "Klein Orden"

In der Bodeaue konzentrieren sich Befunde des hohen Mittelalters. Ein ungefähr west-östlich ausgerichteter Wegezug markiert wohl die südliche Grenze der urkundlich überlieferten (und in älteren Karten noch verzeichneten) Dorfstelle „Lüttgen-Orden“, die im Spätmittelalter wüst gefallen ist.
Der Weg wird an seinem Nordrand von einem Gräbchen flankiert. Nördlich dieses Wegezuges begrenzt ein rechtwinklig abknickendes Doppelgräbchen wahrscheinlich eine Hofstelle, die in der Grabungsfläche nicht erfasst wurde. Hervorzuheben ist eine eng verzahnte Gruppe von tief eingegrabenen Gruben östlich des Doppelgräbchens und nördlich des Weges: Bei zwei etwa runden Befunden handelt es sich wohl um Brunnen, die ca. im 13. Jahrhundert aufgegeben und wieder verfüllt wurden. In den obersten Verfüllschichten des im oberen Teil mit größeren unregelmäßigen Natursteinen eingefassten Brunnens fand sich ein silberner (?) Hohlpfennig.

Ein größerer ebenfalls rechtwinkelig abknickender Graben wird an seinem Innenrand in regelmäßigen Meterabständen  von etwa 20cm dicken, angespitzten und in den Boden gerammten Holzpfosten flankiert. Die Anlage dürfte Verteidigungszwecken gedient haben. Zu denken wäre an eine Holz/Erde-Befestigung mit Wall (Wehrgang), Palisade und einem vorgelagerten Graben. Wenn der Aushub aus dem mindestens 0,9 m tiefen Graben auf der Innenseite zu einem Wall aufgeschüttet worden sein sollte, dann ergäbe sich eine Höhendifferenz von „Wehrgang“ zur Grabensohle von etwa 1,8m. Bei einer Breite des Grabens von etwa 3,5m wäre das ein kaum zu überwindendes Hindernis für potentielle Angreifer.

 

Eine weitere Wüstung stellt die ehemalige Siedlung Marsleben dar,
die sich durch eine Vielzahl von Steingebäuden auszeichnet.
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