Das ehemalige Benediktinerinnenkloster Drübeck liegt im Landkreis Wernigerode. Im Zuge einer Neugestaltung der Anlage soll der Platz vor dem Westwerk der Kirche verändert werden. Das ist mit erheblichen Bodeneingriffen verbunden, somit stand für das Landesamt für Archäologie fest, dass eine Grabung erforderlich ist. Da der Bauherr, die Evangelische Kirche als Trägerin des Evangelischen Zentrums Kloster Drübeck, die archäologischen Überreste im Boden auch als Teil ihres eigenen kulturellen Erbes ansah, konnte in diesem Fall rasch ein Einvernehmen erzielt werden. Seit dem 21. Mai 2002 wird daher in Drübeck gegraben.
Nach Untersuchungen in den 1930er und 1950er Jahren (blaue Markierungen im Grundriss) fand bereits 1998 eine archäologische Grabung statt.

Geschichte
Das genaue Gründungsdatum des Benediktinerinnenklosters ist unbekannt. Die erste gesicherte Erwähnung erfolgte 960 in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ottos I. des Großen. 1058 gelangte das Kloster in den Besitz des Bistums Halberstadt. In den letzten beiden Dritteln des 12. Jh. fanden aufwändige Umbauten der Kirche statt, die um 1200 mit einem heute nicht mehr vorhandenen Gewölbe ausgestattet wurde.
Schwere Verwüstungen richteten 1525 die aufständischen Bauern an, die Äbtissin Katharina von Stolberg floh nach Wernigerode. Als der noch 20 Nonnen umfassende Konvent 1527 wieder zurückkehrte, musste er zunächst im Dorf wohnen.
Damit hatten die Heimsuchungen kein Ende gefunden. Was an Gebäuden damals noch vorhanden war, fiel größtenteils einer Brandstiftung in der Walpurgisnacht 1599 zum Opfer. Als Folge der Reformation wurde das Kloster in ein protestantisches Damenstift für die Töchter adeliger Familien umgewandelt und den Grafen von Stolberg-Wernigerode unterstellt.

Befunde

 

Grabungsareal 1998

Westfassade in einer Aufnahme vor 1913