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Eine größere,
nach modernen Kriterien durchgeführte Grabung erfolgte 1998
westlich und nordwestlich der Kirche. Anlass war der Bau des neuen
Gästehauses. Dabei zeigte sich, dass die im Verhältnis zur Kirche erhöhte
Lage des westlichen Vorplatzes keineswegs auf moderne Anschüttungen
zurückzuführen ist. Vielmehr konnte bei den Grabungen eine umfangreiche,
wohl bis in das 10. Jh. zurückreichende Abfolge von Schichten
und Mauern festgestellt werden.
Nördlich der Kirche befand sich im Mittelalter der Friedhof. Die Toten wurden unterschiedlich bestattet:
Manche lagen in Särgen, andere waren nur auf ein sogenanntes Totenbrett
gelegt worden, und einige hatte man in Steinkistengräbern mit Kopfnischen
beigesetzt. Wie das Grab eines fünf- bis sechsjährigen Kindes zeigt, stand
der Friedhof nicht nur den Nonnen, sondern auch den verstorbenen Bewohnern
Drübecks offen.

Die sicherlich
interessantesten Befunde kamen unter dem heutigen Westflügel des Gästehauses zum Vorschein.
Freigelegt wurden Mauern eines romanischen Hauses, bei dem es sich
möglicherweise um einen Wohnturm gehandelt haben könnte (Foto oben).
Ebenfalls aufgedeckt wurden die Reste eines Buntmetallschmelzofens
unmittelbar über der alten Oberfläche des 10. Jh. (Foto rechts).
Unter dem Nordflügel des
Gästehauses stieß man auf die Überreste des über 40 m langen und 11 m
breiten Lusthauses des Grafen Heinrich von Stollberg-Wernigerode. Das Lusthaus selbst
überlagerte wiederum eine ganze Reihe von Grundmauern mittelalterlicher
Gebäude.
Völlig unklar ist bislang, in welchem Zusammenhang all diese Bauten mit dem
Kloster standen, und warum sie so nahe am Westwerk der Kirche standen.
Zumindest ein Stück weit werden die neuen Grabungen helfen, diese
Fragen zu beantworten.
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Einleitung |
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| Der
mittelalterliche Friedhof lag nördlich der Kirche, hier ein
Kopfnischengrab. |
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| Der
romanische Buntmetallschmelzofen. |
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| Grundmauern
eines mittelalterlichen Baus unter dem Lusthaus des frühen 17. Jh. |
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