Barockschloss

Anstelle der alten Burganlage entstand in der Zeit von 1660 bis 1694 das noch heute beeindruckende, frühbarocke Schloss „Neu-Augustusburg“. Der Bereich der Grabungsfläche wurde von da an als Wirtschaftstrakt genutzt, hier befand sich das erwähnte Stallungsgebäude.

Vom einstigen Figurenschmuck des Schlosses ist nahezu nichts überliefert. Umso erfreulicher war der Fund von Skulpturen, die in einer der Schießscharten "entsorgt" worden waren. Weder der Aufstellungsort noch der Bildhauer der Figuren sind überliefert. Zwei Putten sind aufgrund ihrer Attribute (Fisch, Muschel, Aal und Stichpaddel) zu Neptuns Welt zu zählen.

In der zweiten Hälfte des 18.Jh. kam es zu größeren Instandsetzungsarbeiten im Bereich der östlichen Befestigungsmauer. Dazu musste an der Mauerinnenseite das Fundament freigelegt werden. An die Burgmauer wurde eine nach oben getreppte Blendmauer vorgesetzt, sowie die Mauerkrone neu gefasst. Ein Rundmedaillon an der Außenseite des mittleren Schalenturms mit der Jahreszahl 1771 bezeugt noch heute diesen Baufortgang.

 

Preußische Kaserne

In der ersten Hälfte des 19.Jh. wurde das gesamte Schlossareal als Kaserne genutzt. Aus dieser Epoche stammten einige im Zuge der Neugestaltung des Schlossvorplatzes abgerissene Gebäude, darunter auch ein Stallungsgebäude. Erhalten blieb ein einziger Bau, der ursprünglich als Latrinengebäude konzipiert wurde. Im Obergeschoß befanden sich nur durch hölzerne Trennwände abgeschirmte Mannschaftstoiletten. Über Öffnungen im Boden gelangten Fäkalien in die dafür vorgesehenen, in Garagen im Untergeschoß bereitstehenden Pferdefuhrwerke und konnten so aus dem Kasernenareal transportiert werden.

 

Ausschnitt aus dem Stadtplan von 1747 von Joh. Aug. Schütze mit der dreiflügeligen Schlossanlage und davor das bei der Grabung zum Teil aufgedeckte Stallungsgebäude.
Vier Steinskulpturen des frühen 18. Jh. konnten in einer verfüllten Schießscharte des SO-Turm freigelegt werden.
Eingangsbereich des preußischen Stallungsgebäudes aus der Mitte des 19. Jh.