|
Von der einst
stattlichen mittelalterlichen Anlage haben sich nur spärliche Reste
obertägig sichtbar erhalten. Die ursprüngliche Idee, Grundformen der Burg in
den Schlossneubau zu übernehmen, wurde beim Neubau verworfen. Daher haben
nur Teile der Burgmauer die Jahrhunderte überdauert.
Besonders gut hat sich die Ostmauer
mit ihren beiden Türmen erhalten. Noch heute beherrscht der SO-Turm die
einzige Auffahrt auf den Schlossberg. Dieser Eckturm war nach innen offen
und besaß zwei Geschosse mit Schießscharten. Im Zuge der Grabung konnte das
untere Geschoß mit vier Scharten freigelegt werden. Diese waren gut
durchdacht verteilt: eine als Flankenschutz der anschließenden Ostmauer, die
mittleren zwei waren auf die Verbindungsstraße nach Zeitz ausgerichtet. Die
südliche Scharte deckte eines der Burgtore.
Vermutlich in der zweiten Hälfte des 17.Jh. wurde der
stark beschädigte Turm durch eine an der Innenseite angesetzte Schalenmauer
in einen eingeschossigen Rundturm umgestaltet.
Den schriftlichen Quellen zufolge wurde nach der
Zerstörung der Burg das sogenannte „Blaue Haus“ (der Name leitet sich von
einer Bedachung mit Schieferplatten ab) als eine Art Bauhütte für das
Schloss und danach als Stallungsgebäude instandgesetzt. Von diesem Gebäude
konnten gut erhaltene Mauerreste freigelegt werden (siehe Plan unten). Eine
zweischalige Außenmauer romanischen Ursprungs begrenzte das Gebäude nach
Süden und Osten, diverse Einbauten, darunter eine mit Mauern gefasste
Abfallgrube zeugen von zahlreichen Um- und Einbauten im Laufe der Zeit.
 |
 |
| Freigelegte
Schießscharte im SO-Turm |
 |
| Abfallgrube
im Bereich des Stallungsgebäudes |
 |
| SO-Ecke des
Stallungsgebäudes mit romanischer Schalenmauer, links anschließend
Gewölbefundament, im Hintergrund die Abfallgrube (vgl. Bild oben). |
|