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Obwohl die Burg Weißenfels rund 600 Jahre bestand,
sind Quellen zum Aussehen recht spärlich. Neben Urkunden, in denen die Burg
seit dem 10. Jh. Erwähnung findet, geben Inventarlisten aus dem 16. Jh.
Auskunft. Darin werden einzelne Gebäude benannt, sowie ihre Ausstattung
beschrieben, Hinweise auf deren Größe und Aussehen jedoch fehlen.
Darstellungen der Burg entstehen in der ersten Hälfte
17.Jh. mit den Zeichnungen von W. Dilich und M. Merian. Sie bildeten wohl
die Grundlage für einige Ölgemälde. Dargestellt ist die Burg kurz vor ihrer
Zerstörung durch abrückende Schweden 1644/45 während des 30-jährigen
Krieges. Mit Hilfe von Grabungen können weitere Informationen zum Aussehen
der mittelalterlichen Anlage und ihrer Umgebung gewonnen werden.
Vor ihrer Zerstörung stellte sich die Burg Weißenfels
folgendermaßen dar: den Osten des Bergplateaus nahm die Hauptburg ein. Die
Ostmauer war durch einen mächtigen Rundturm in der SO-Ecke sowie durch einen
auf halber Strecke errichteten Schalenturm zusätzlich verstärkt. Ein
weiterer Turm nahm die NW-Ecke der Hauptburg ein. Alle Türme waren
mehrgeschossig, besaßen im obersten Geschoß einen vorkragenden Wehrgang
sowie ein Kegeldach.
Ein Geviert von großen Gebäuden, einige mit getreppten
Giebeln, umschloss dicht aneinander gebaut den Burghof, in dem sich,
vermutlich freistehend, der alles überragende mittelalterliche Bergfried
befand.
Ein Nord–Süd verlaufender Graben trennte die Haupt-
von der Vorburg. Diese zeichnete sich durch ein großes Speichergebäude sowie
einen mächtigen Torbau (?) aus.
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| Burg
Weißenfels von Norden gesehen, W. Dilich, 1626/29 |
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| Ausschnitt
aus einem Ölgemälde, das die Burg von Norden zeigt, Mitte des 17. Jh. |
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