Bei den vorangegangenen Grabungen im Bereich des heutigen Schlosshofes konnten über 100 Gräber eines slawischen Reihengräberfeldes dokumentiert werden. Dieses Gräberfeld setzt sich auf der neuen Grabungsfläche fort, bisher wurden acht großteils gestörte Bestattungen freigelegt.

Alle Gräber sind West-Ost ausgerichtet. Es lassen sich zwei Grundtypen feststellen: einfache Grabgruben, die sehr knapp bemessen den Toten aufnahmen, sowie Gräber, die im oberen Bereich erweitert waren und in dieser Erweiterung eine Art Steinfassung aufwiesen. Die Steinsetzung konnte sich um das gesamte Grab erstrecken oder auf den Kopfbereich beschränkt sein. Die Toten waren auf ein Holzbrett gebettet oder von einem solchen abgedeckt, wie Spuren von organischem Material vermuten lassen. Bisher wurden keinerlei Grabbeigaben gefunden, vereinzelt in den Grabverfüllungen gefundene Scherben datieren in das 8.–10. Jh. n. Chr. Teilweise werden die älteren Gräber von jüngeren geschnitten, ein Zeichen längerer Nutzung des Gräberfeldes.

Neben dem Reihengräberfeld konnten erstmals slawische Siedlungsspuren im SO-Bereich des Burgbergs festgestellt werden. Der etwa 0,8 m mächtige Nutzungshorizont enthielt einige Abfallgruben mit verbranntem Hüttenlehm sowie einen Ofen. Eine Ansprache des Nutzungshorizontes als Siedlungs-, Werks- oder gar befestigten Platz ist zur Zeit noch nicht möglich.

Vermutlich im ausgehenden 10.Jh. wurde der slawische Horizont durch eine massive Aufschüttung für eine erste Befestigung in Form einer Wall- und Grabenanlage vollständig überlagert. Auf dem benachbarten Georgenberg entstand ein neuer Friedhof.

 

Slawisches Grab mit leicht abgesetzter, knapp bemessener Kopfnische
Dieser Ofen war zweischalig aufgebaut: außen Sandstein, innen Kalkstein. Die Befeuerung erfolgte von der Schmalseite im Südwesten (im Foto rechts),  auf der linken Seite die Brennkammer mit den Resten der verstürzten Ofenkuppel.