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Um Kerzen herzustellen, benötigt man relativ hoch schmelzendes Brennmaterial. Je höher der Schmelzpunkt liegt, um so schlanker kann die Kerze werden. Die Übergänge von "Kerze" (in einer geeigneten Mulde als "Halter") zur primitiven Talg- bzw. Öllampe ist daher im wahrsten Sinne des Wortes "fließend". |
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Bienenwachs, mit einem Schmelzpunkt um 86 Grad C, eignet sich hervorragend als Kerzenmaterial. Es besteht aus langkettigen, gesättigten Kohlenwasserstoffestern - das bedeutet, es brennt hell und rußt kaum. Bienenwachs ist aber zu allen Zeiten ziemlich teuer gewesen - man kann es zwar nicht essen, es ist aber stets Nebenprodukt der Honigerzeugung, und Honig war selten und teuer. Also kann auch nicht viel Wachs angefallen sein, dass jedermann täglich Bienenwachs verbrennen konnte. Wachskerzen sind der Inbegriff des teuren Lichtes gewesen - sie sind das bevorzugte Leuchtmittel in den Kirchen Nord- und Mitteleuropas seit dem Mittelalter (Dexel 1943, Abb. 121 - 144). |
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Davon künden die wenigen bildlichen Darstellungen aus dem Mittelalter und vor allem die imposanten bronzenen Leuchter, die schon in der Romanik (beispielsweise Hildesheim, Braunschweig) gewaltige Höhen erreichten. Ob die riesigen Leuchter allerdings immer mit Wachskerzen bestückt gewesen sind, sei dahingestellt. Gerade die für das Mittelalter typischen dicken Zapfen und die breite Auffangschale auf den Leuchtern sprechen dafür, dass auch weichere Talgsorten verwendet worden sind - ggf. sind die Leuchter mit den dicken Zapfen auch multifunktional zu sehen - mit deutlicher Nähe zu der sehr ähnlichen Fett- Schalenlampe mit Turmdocht. |
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