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Exponat 19: eine Firmallampe in Betrieb. Deutlich zu sehen die kammartige Flamme, die dadurch entsteht, dass der Docht wagerecht in die Rille der Schnauze gelegt wurde. (Wenn Sie auf das Vorschaubild links kicken, können Sie sich einen längeren Film im avi-Format herunterladen) |
Aus den
Betrachtungen über die Physik des Flammenlichtes haben wir gelernt: Will man die Lichtausbeute erhöhen,
muss die Flamme
heißer werden - und das gelingt durch Zufuhr von mehr Sauerstoff. Die theoretische
Erklärung des Einflusses von Sauerstoff auf die Temperatur eines Feuers lieferten erst
die Arbeiten des französischen Chemikers Lavoisier (1743 - 1794), einem der wichtigsten
Begründer der modernen Chemie. Zwei seiner Schüler (Ferdinand Leger
und Francois Argand) gelten als die Erfinder der "modernen" Öl- und
Petroleumlampen mit Flach- oder Röhrendocht. Sie verbesserten die Sauerstoffzufuhr
auf zweierlei Weise:
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Lichtmessungen an Nachbildungen von Firmalampen zeigen, dass die Lichtausbeute mit ca. 0,2 Lumen/Watt bei einer Kammflamme fast doppelt so hoch wie bei gewöhnlichen Dochten mit gleich heller Flamme (im Durchschnitt ca. 0,1 Lumen / Watt) ist. Haben wir es mit einer antiken Energiesparlampe zu tun ?
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Firmalampe (Loeschke Typus IX), Nachbildung mit "Gebrauchsspuren".
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Andere, zunächst auch
angenommene, und theoretisch nahe liegende Funktionen des Schnauzenkanals scheinen nämlich
auszuscheiden. Beispielsweise, dass der Kanal dazu dient, vom Docht ausgeschwitztes,
überflüssiges Öl wieder in die Lampe zurückzuführen. Dagegen sprechen die bisherigen
Experimente des Autors: Der Docht schwitzt beim Brennen nämlich (fast) kein Öl
aus, keinesfalls soviel, dass man es in einem Schnauzenkanal sammeln könnte oder gar in
die Lampe zurückführen müsste. Eine Rückflussmöglichkeit fehlt nämlich bei den Typen
der ersten Generation (Loescke IX) fast immer - hin und wieder befindet sich nur ein
kleines "Entlüftungsloch" in der Schnauze, ein kleines Löchlein, das bei den
Bildlampen sogar sehr häufig ist. Und selbst wenn ein Docht Öl ausschwitzen würde - das
Öl flösse auf der eben Fläche rings um das Dochtloch in alle Richtungen ab, und es
sähe gar keine Veranlassung, sich in den Schnauzenkanal zu begeben.
Was aber kann gegen die Kammflammentheorie sprechen? Da wäre anzuführen, dass bisher eindeutige Schmauchspuren entlang des Kanals zu fehlen scheinen. Schmauchspuren an Lampen sind aber ohnehin sehr selten. Sie werden vermutlich bei der Bodenlagerung biologisch genauso abgebaut wie die Reste des Lampenöls selber. Bei den meisten der römischen Lampen fehlen Schmauchspuren nämlich komplett - und anzunehmen, dass fast alle der zahlreich erhaltenen römischen Lampen niemals gebrannt hätten, erscheint abwegig.
Der Autor dieser Zeilen wird seine "Kammflammenhypothese" in Zukunft weiter verfolgen - ergebnisoffen. Diejenigen ArchäologInnen, denen mögliche Belege oder Gegenbelege für diese These einfallen, seien auf diesem Wege eingeladen, hiervon zu berichten. Das Internet soll schließlich auch dazu dienen, Diskussionen anzustoßen, und nicht nur festzementierte Ergebnisse zu verbreiten. Eine traditionelle Publikation in der üblichen Papierform wird selbstverständlich noch folgen...