"... gibt gedämpftes
Licht im Saale"
Eine spätantike Innovation mit
weitreichenden ethymologischen Folgen für den Straßenverkehr
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Exponate 22, 23 spätantiker/frühbyzantinischer Glasschalenlampen. Freie Nachbauten mit Schwimmdocht. (Material: moderne Glasschalen, Messingketten, Korken und Zahnstocher....) |
Im zweiten Jahrhundert nach Chr., bedingt durch die immer perfektere Produktion von Glas, kommt ein neuer Lampentyp auf: Die Glaslampel mit Schwimmdocht. Das Prinzip der Schwimmdocht-Glasschalenlampe ist ebenso einfach wie genial: Eine mit Öl gefüllte Glasschale wird an drei Ketten an der Decke aufgehängt. Auf das Öl, das manchmal mit einer wäßrigen Kühlflüssigkeit unterschichtet wird, wird ein schwimmfähiger Docht gesetzt. Dazu eignen sich z.B. kleine Korkscheiben, die einen gewöhnlichen Docht tragen, der etwa 1 cm aus der Flüssigkeitsoberfläche herausragt. Als Abstandhalter werden kleine Stäbchen am Korken befestigt, sie sorgen dafür, daß der Docht nicht zu nahe an die Glaswandung kommt, und das Glas nicht durch Überhitzung springt. Noch heute werden in griechischen Kirchen ganz kleine Flammen die getrocknete Blüten-Achänen eines Lippenblüters (Napf-Schwarznessel, Ballota Acetabulosa) als Docht verwendet. Im griechischen Volksmund heißt diese Pflanze "Fitilia" ( "to fitili" = "der Docht", Plural "ta Fitilia" ).
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"Fitilia": Blütenstände der Napf-Schwarznessel |
Der Vorteil dieser Glaslampen ist "einleuchtend": Öl muß nicht ständig
nachgefüllt werden, weil der Docht mit dem Flüssigkeitsspiegel steigt und fällt. Man
erreicht eine größere Lichtausbeute, weil auch das von der Flamme nach unten
abgestrahlte Licht genutzt wird.
![]() Spätantike Diatretschale (ca. 300 n. Chr), mit originaler Aufhängung (Bronzering, Ösen, drei Ketten): Corning, the corning museum of glas, inv. Nr. 87.1.1. Zit. nach Steckner 1999, S. 114 (Abb. 283) |
Die Glasschalenlampen waren oft kunstvoll gestaltet, was
insbesondere die Glasschale selbst betrifft. Es wird vermutet, daß die sog.
"Diatretgläser" eigentlich Lampenschalen waren, wofür besonders die
dreihenkligen Aufhängevorrichtingen sprechen (Steckner 1999). Für diese Argumentation - bei weitem nicht nur bei den Diatretgläsern - spricht auch, daß die Gefäße sich eigentlich nicht zum Stellen eignen. |