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Im zweiten Jahrhundert nach Chr.,
bedingt durch die immer perfektere Produktion von Glas, kommt ein neuer
Lampentyp auf: Die Glasampel mit Schwimmdocht. |
Auf das Öl, das manchmal mit einer wässrigen
Kühlflüssigkeit unterschichtet wird, wird ein schwimmfähiger Docht gesetzt. |
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Sie sorgen dafür, daß der Docht nicht zu nahe an die Glaswandung kommt, und das Glas nicht durch Überhitzung springt. Noch heute werden in griechischen Kirchen die getrocknete Blüten-Achänen eines Lippenblüters (Napf-Schwarznessel, Ballota Acetabulosa) als Schwimmdocht verwendet. Im griechischen Volksmund heißt diese Pflanze "Fitilia" ( "to fitili" = "der Docht", Plural "ta Fitilia" ). |
Der Vorteil dieser Glaslampen ist "einleuchtend": Öl muß nicht ständig nachgefüllt werden, weil der Docht mit dem Flüssigkeitsspiegel steigt und fällt. Man erreicht eine größere Lichtausbeute, weil auch das von der Flamme nach unten abgestrahlte Licht genutzt wird. |
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Spätantike Diatretschale (ca. 300 n. Chr), mit originaler Aufhängung (Bronzering, Ösen, drei Ketten) Corning, the corning museum of glas, inv. Nr. 87.1.1. Zit. nach Steckner 1999, S. 114 (Abb. 283) |
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Die Glasschalenlampen waren oft kunstvoll gestaltet, was insbesondere die Glasschale selbst betrifft. Es wird vermutet, daß die sog. "Diatretgläser" eigentlich Lampenschalen waren, wofür besonders die dreihenkligen Aufhängevorrichtungen sprechen (Steckner 1999). |
Für diese Argumentation - bei weitem nicht nur bei den Diatretgläsern - spricht auch, daß die Gefäße sich eigentlich nicht zum Stellen eignen. |
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Die Wirkung, die von diesen Glaslampen ausging,
ist geradezu zauberhaft. Das Licht bricht sich in den meistens mit kunstvollem
Facettenschliff versehenen Gläsern. Oftmals wurden gefärbte Flüssigkeiten, z.B.
verdünnter Rotwein, als Kühlflüssigkeit verwendet: Das Flammenlicht wird von der
Flüssigkeit gefiltert, es entstehen magische Farberscheinungen. |
In mittel- bis spätbyzantinischer Zeit wandelte sich ihre Form: die gläserne Ampulla wurde mit einem kunstvoll getriebenem, filigran durchbrochenen, meist vasenförmiges Silbergefäß ummantelt. Daraus entstand der Standard-Typus der Ampeln, wie sie noch heute in griechisch-orthodoxen Kirchen Griechenlands, aber auch in islamischen Moscheen zu finden sind. |
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Die Silberne Vase ist häufig
nur noch dekoratives Element, nur im oberen Teil des Behältnis befindet sich ein
gläserner, schüsselförmiger Einsatz aus farbigem Glas, in dem ein Schwimmdocht
brennt und spärliches, geheimnisvoll-farbiges Licht durch die dekorativen Löcher
fallen läßt..... |
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Etymologie des Wortes "Ampel". Aus der "Amphora" wurde im spätlateinischen die "Ampulla", ein kleines Fläschchen (heute noch: "Ampulle". Die Glasampulle in ihrer Funktion als Lampe ist der Stammvater der "Ampel", zunächst im liturgischen Bereich, dann später (wie heute) als Verkehrsregelelement. |