Schon eine kleine, ca. 2-3 cm hohe Ölflamme (Lichtstärke etwa die einer Kerze) verbraucht 8 g Öl pro Stunde (Baumwolldocht, ca 1 cm lang, 0,5 cm dick). Das entspricht einem "Nährwert" von etwa  300 KJ pro Stunde bzw. 7296 KJ pro Tag - der durchschnittliche Energiebedarf eines Menschen, bei leichter Tätgkeit. 
Und eine solche Flamme reicht gerade einmal zu einer notdürftigen Beleuchtung.

Ausbeute: ca. 0,1-0,15 Lumen/Watt, wie unsere Messungen am LfA ergeben haben. Der Energieverbrauch ist dagegen gewaltig - eine solch einfaches Lichtlein hat eine Leistungsaufnahme von 85 Watt.  Eine größere Flamme (1,5 cm Docht, 0.5 cm Dicke, Höhe der Flamme ca. 5 cm, leicht rußend) verbraucht schon 20 g Öl pro Stunde, das sind 760 KJ pro Stunde, der Energieverbrauch beträgt damit schon über 200 Watt (Man vergleiche dies mit der Lichtausbeute einer 200-Watt Halogenlampe !).
 

Selbst die ausgereiften römischen "Firmalampen" stehen zwar mit 0,15-0,2 Lumen/Watt geringfügig besser da,  aber auch sie lösten das Grundproblem nur marginal. Auch mit der aufsehenerregenden Erfindung der "Argandlampe" mit Glaszylinder zu Ende des 18. Jahrhunderts (die eine Ausbeute von bis zu 0,25 Lumen/Watt ergab), blieb Licht (Lux) ein teurer Luxus. 

 

Lampen, in denen Fette verbrannt werden, sind ein Nahrungskonkurrent. 
Lampen sind Mitesser bei Tisch. 

 

 

 

 

Wahrscheinlich ist der hohe Kalorien/Nahrungsverbrauch der Grund, weswegen sich in Mitteldeutschland so wenig archäologische Zeugnisse künstlicher Beleuchtung finden lassen.

 

 

Während zumindest die soziale Oberschicht im 2. - 4. Jahrhundert im nur  400 km (Luftlinie) von dem heutigen Halle/Salle entfernten römischen Köln sich dem fröhlichen Nachtleben im Scheine luxuriöser Leuchter oder einfacher Lämpchen frönte -  war im hiesigen "Barbaricum" ab Sonnenuntergang "nichts mehr los"? Was taten die Menschen in den langen Winternächten mit 16 Stunden Dunkelheit?

Wenn Licht tatsächlich ein so hohes Luxusgut war, bleibt die Frage: Was machte der Mensch im Dunkeln ? Viele produktive Tätigkeiten kann er eigentlich nicht verrichtet haben. Könnte das - neben vielen anderen Gründen - Ursache sein, weshalb die Zivilisation der nördlichen Länder lange Zeit nicht an die des mediterranen Siedlungsraumes heranreichte - mangelnde Produktivität, weil keine Ölüberschüsse zur Beleuchtung vorhanden waren?

 

Die ohnehin knappen Lebensmittelvorräte im Winter wird man sicher nicht unnötig in Lampen verbrannt haben....
Im Mittelalter sah der gemeine Mensch in hiesigen Breiten künstliches Licht fast nur in den Kirchen. Lichter und Leuchter sind ein Zeichen von Pracht und göttlicher "Herrlichkeit". 

     
 

Wesentliche Faktoren, die die Ökonomie einer Lampe bestimmen :

 
 

1. Eigenschatten der Lampe

2.Flammenform/Flammtemperatur

3. Verfügbarkeit des Brennstoffes, Nahrungskonkurrenz

4. Gleichmäßigkeit der   Lichtquelle. Flackerndes Licht  ist für viele Zwecke unbrauchbar

 

 
Diese ökonomische Faktoren bestimmen nicht nur, ob Lampen verwendet werden, sondern auch deren Konstruktionsprinzip.

 


 

 

Unter dem Aspekt der Ökonomie möchte ich im folgenden vier Beispiele vorführen - drei Beispiele aus Sachsen-Anhalt, ein Beispiel aus dem High-Tech-Land  Imperium Romanum.