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Das
Brennmaterial fast aller vorgeschichtlicher Lampen ist Fett. Im
Prinzip eignet sich jedes beliebige Fett - gleich, ob tierischer oder
pflanzlicher Herkunft, ob in flüssiger (=Öl) oder fester Form (feste Fette
schmelzen infolge der Wärmeentwicklung und verhalten sich dann wie ein
fettes Öl). Die Art des Fettes ist allerdings nicht ganz unerheblich. Fette
aus überwiegend gesättigten Fettsäuren rußen weniger, die Flamme ist heller,
die Lichtausbeute höher. Das liegt am höheren Energiegehalt dieser
Substanzen. |
Sie enthalten mehr Wasserstoff,
damit wird die Flammtemperatur höher. |
Unter den pflanzlichen Ölen eignet sich Olivenöl am besten - es enthält praktisch keine mehrfach gesättigten Fettsäuren. Es riecht nicht beim Brennen, ist aber in hiesigen Breiten schlecht verfügbar gewesen. Als Brennmaterial eignen sich auch tierische Fette wie Schweineschmalz oder Rindertalg. |
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Bei - im Vergleich zu Olivenöl - noch etwas höherer Lichtausbeute und noch weniger Ruß bringen sie aber einen Nachteil mit sich: sie sind bei gemäßigten Temperaturen fest und sind deshalb in Lampen mit enger Schnauze oder Tülle kaum zu gebrauchen. Aber aus festen Fetten, wie etwa dem Talg, kann man Kerzen fertigen (Talglichter).
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Ein einfaches Experiment
zeigt den Unterschied plastisch: in drei gleichartigen Lampen-Modellen mit
gleich großen Dochten werden nebeneinander Schweineschmalz, Olivenöl und
Lebertran verbrannt. Das Ergebnis: Eine unangenehm blakende "Tranfunzel" wird
von ihren hell brennenden stolzen Schwestern mit dem teuren Olivenöl oder dem
Schweineschmalz buchstäblich in den Schatten gestellt...... |
Talglichter wiederum sind den Kerzen aus Bienenwachs (bzw. auch den heutigen Paraffinkerzen) unterlegen -Bienenwachs hat einen höheren Schmelzpunkt, Bienenwachskerzen schmelzen daher nicht beim Brennen so schnell zusammen. |
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Harzbalsam (durch Anritzen verschiedener Nadelbaumarten gewonnen), Kolophonium (Trockenrückstand der Balsame) und Kienpech (Verschwelungsprodukte von Kiefernharz) hat man in vorgeschichtlicher Zeit auch als Brennmaterial verwendet allerdings wohl nur in Fackeln. Sie rußen beim Brennen extrem stark, weil Koniferenharze aus stark ungesättigten und cyclischen (ringförmigen) Kohlenwasserstoffen bestehen. |
Das heißt: der
Kohlenstoffgehalt ist noch höher. Die Flammtemperatur ist niedrig, die Farbe der
Flamme dunkel-orangerot, im Gegensatz zur fast "weißen" Flamme einer Talgkerze.
Reines Harz oder Kienpech (z.B. in Pechfackeln oder -pfannen) eignet sich
deshalb für Innenraumbeleuchtung nicht. Aus verständlichen Gründen zeigen wir
das nicht in der Ausstellung - das Staatshochbauamt hätte angesichts verrußter
Decken für solche publikumswirksamen Experimente wenig Verständnis. |
Harzreiche Hölzer
hat man allerdings auch in Innenräumen verwendet - wie etwa die eingangs
erwähnten Kienspäne. |
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Zigarrilloartig zusammengerollte Birkenbastfackeln wurden von den Ureinwohnern Nordamerikas verwendet. Vermutlich auch in unseren Breiten. Der Geruch des glimmenden Birkenbastes, wie er von einer ausgeblasen Birkenrindenkerze verströmt, ist angenehm weihrauchartig.
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Durch Verschwelen
der Birkenbastes stellte man schon in der Altsteinzeit Birkenpech her, eine
thermoplastische, klebende Masse, die von Altsteinzeit bis ins hohe
Mittelalter eines der wichtigsten Werkstoffe war. |
In den Urnen
der vorrömischen Eisenzeit und römischen Kaiserzeit findet sich häufig ein
Klümpchen Birkenpech als Grabbeigabe. Das Urnenharz wurde bisher oft als
Rest von Birkenpechfackeln angesehen, die im Totenritual Verwendung gefunden haben
sollen. Experimente, mit Birkenpech Kerzen oder Fackeln herzustellen, schlugen
bisher allerdings fehl, und die erhaltenen Urnenpechkügelchen zeigen auch keine
Brandspuren. |
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"Bums, da fiel die Lampe um, und alles voll Petroleum...." Petroleum, ein Erdöldestillat,
kommt erst Mitte des 19. Jahrhunderts als Lampen-"Öl" auf den Markt.
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es ist feuergefährlich, es brennt auch ohne Docht, und wenn "bums, die Lampe umfiel", konnte das böse Konsequenzen haben.In keiner der hier besprochene Lampen brennt Petroleum oder eines der in Drogerien angebotenen "Lampenöle", "Duftöle"(parfümiertes Petroleum) oder der gleichen. |
Petroleumlampen sind auch anders konstruiert als ihre Ahnen : Petroleum ist dünnflüssiger, steigt deshalb im Docht höher auf. Petroleumlampen funktionieren deshalb in der Regel nicht mit Olivenöl. |
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