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Eine Schale mit Benzin zu entzünden, ist einfach. Kaum hat man die Zündquelle über die Flüssigkeitsoberfläche gehalten, entzündet sich der Brennstoff. Bei Petroleum ist es schon schwieriger, aber auch das lässt sich schließlich auch ohne Docht entzünden. Eine Schale mit Olivenöl lässt sich dagegen nicht mit dem Streichholz entzünden. Warum ? Alle drei Flüssigkeiten sind brennbar, bei ihrer Verbrennung wird sogar sehr viel Energie frei. |
Damit aber eine Flamme entsteht, müssen brennende Gase vorhanden sein.
Benzin ist derart leicht flüchtig, dass es schon bei Raumtemperatur soviel
Dämpfe freisetzt, dass ein brennbares, manchmal sogar explosionsfähiges
Gemisch entsteht. Der Dampfdruck von Petroleum ist schon niedriger, daher
ist es nicht so leicht entflammbar. Brennt es aber erst einmal, dann erhitzt
es sich so stark, dass es genügend brennbare Dämpfe abgibt, um ein
lebhaftes, kaum zu löschendes Feuer zu unterhalten. |
Olivenöl ist bei Raumtemperatur infolge des viel zu geringen Dampfdruckes nicht entflammbar. Wenn es allerdings sehr stark erhitzt wird, steigt der Dampfdruck an. Deshalb ist eine heiße "Frittöse" so feuergefährlich wie ein Kanister Benzin. Die Verdunstung einer Flüssigkeit hängt nicht nur von der Temperatur ab, sondern auch von ihrer Oberfläche. Darauf beruht das Prinzip des Dochtes. Die Flüssigkeit steigt durch Kapillarwirkung im Docht auf. |
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An der Stelle, wo die Flüssigkeit die einzelnen Fasern des Dochtes nur benetzt, aber nicht ihre Zwischenräume ausfüllt, entsteht eine große Flüssigkeitsoberfläche. Hier lässt sich der Docht entzünden, er verkohlt dabei etwas, die heißen "Kohlefasern" bewirken, dass an der großen Oberfläche genügend Brennstoff verdampft, um eine Flamme zu unterhalten. |
Es ist ein
verbreiteter Irrglaube, dass Dochte aus brennbarem Material bestehen müssen. Als
Dochtmaterial eignen sich beispielsweise auch Glasfasern oder Mineralwolle, und
in der Antike verwendete man gelegentlich Dochte aus Asbest. In aller Regel
bestehen vorgeschichtliche Dochte aus pflanzlichem Fasermaterial. Die Zellulose
verkohlt beim Anbrennen des Dochtes, zurück bleibt eine Art "Kohlefaser", die
die Verbrennung in der oben beschriebenen Weise katalysiert, ohne dabei selbst
zu verbrennen. |
Die Kerze ist eine Sonderform der Dochtfeuerleuchte. Sie funktioniert prinzipell genauso wie die Fett/Öllampen. Aufgrund des höheren Schmelzpunktes benötigt das Brennmaterial keine Ummantelung. Dennoch werden in aller Regel Kerzenhalter benötigt: diese dienen sowohl dem Brandschutz als auch als Auffangbehältnis für ablaufendes Brennmaterial - um dieses wiedergewinnen zu können. |
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Der Vorteil der
Dochtfeuerleuchten liegt darin, daß sie - richtig konstruiert- ein sehr lange
anhaltende, gleichmäßige Flamme ergeben. Das Licht flackert nicht, und die
Brennstellle muß nicht ständig gewartet werden. Allenfalls muß man hin und
wieder den Docht nachstellen und "putzen". Richtig konstruierte Lampen können -
je nach Ölvorrat- Stunden, oft sogar Tage lang brennen, ohne das man in
irgendweiner Weise eingreifen muß. Die Größe und Form des Dochtes bestimmt fast
allein das Ausmaß des Feuers. |
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