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Wir betreten das Büro. Sicherer, instinktiver Griff rechts neben die Tür, an die Wand. Der Lichtschalter. Die Neonröhre flackert auf, die Arbeit kann beginnen. Licht ins Dunkel zu bringen gehört zu den elementaren Bestrebungen der Menschheit. Kaum eine Arbeit oder Freizeitbeschäftigung ist ohne Licht denkbar.
Auch fehlende archäologische
Funde können einen wesentlichen Beitrag leisten zur Erklärung
kulturhistorischer Phänomene. Dieser Vortrag bzw. dieses Manuskript möchte
dazu einen kleine Beitrag leisten. |
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| Form und Funktion | ||
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oder: wie erkenne ich eine Lampe im Fundmagazin ? |
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| Anläßlich einer Museumsnacht suchte der Autor im Fundmagazin des Landesamtes für Archäologie Sachsen-Anhalt nach vorgeschichtlichem Beleuchtungsgerät. Das Rechercheergebnis überraschte, und hätte beinahe den angekündigten Programmpunkt "Fettnäpfchen, Tranfunzeln und Armleuchter" zum Scheitern gebracht. |
Obwohl
Sachsen-Anhalt eine der an vorgeschichtlichen Kulturen reichste Region
Mitteleuropas ist, fand sich im Fundmaterial bis zum hohen Mittelalter fast kein
einziges Objekt, das wirklich eindeutig der
Gattung "Lampe" zuzurechnen wäre. Erst ab der frühen Neuzeit scheint
es Lampen gegeben zu haben, und dann sogar gehören sie zum
"Alltagsgeschirr". |
Bedeutet das, die Bevölkerung Mitteldeutschlands hätte im Dunkeln gesessen, zur
Untätigkeit in langen Winternächten verurteilt, während im ca. 400 km Luftlinie
entfernten Köln die "Lightkultur" herrschte, man sich im Scheine der Öllampen dem
abendlichem Vergnügen oder der Arbeit nachging ?
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| Dem gegenüber steht der mediterrane Raum und zeitweise das römisch akkulturierte Mitteleuropa: Lampen ohne Ende. Lampen treten dort überaus reichlich auf, in verschiedensten Entwicklungsstufen, verschiedenstem Dekor, verschiedenem Design. | Diese Annahme stützt sich allerdings nur auf das Fehlen eindeutiger Lampen im Fundmaterial auf der einen Seite, und auf das Vorhandensein eines Fundmaterials, das wir eindeutig als "Lampe" definieren (z.B. Firmalampe, Bildlampe etc.) |
Zur
Einschränkung muß man sagen: es wurde - bis auf wenige Ausnahmen, die noch
vorgestellt werden sollen - keine eindeutige Lampe gefunden. Allerdings könnten sich in einem Großteil der Gefäßkeramik Lampen verbergen. Denn: fast jedes Alltagsgeschirr läßt sich relativ einfach zur Lampe umgestalten. Eine Schale mit Öl oder Fett gefüllt, ein Docht: fertig ist die primitive, aber durchaus funktionsfähige Lampe. |
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