Vortragsreihe im Landesmuseum für Vorgeschichte I Richard-Wagner-Straße 9 I 06114 Halle/Saale

„Dialog mit der islamischen Welt – ein Programm des Auswärtigen Amtes“

Dienstag
25.10.2005
I 19:30 Uhr

Dr. Werner Daum I Deutsche Botschaft London

Europas Nachbar ist die arabische Welt. Die beiden Nachbarregionen wissen viel zu wenig voneinander, die offiziellen Beziehungen haben sich in der Vergangenheit ganz überwiegend auf die Eliten in den arabischen Ländern ausgerichtet. Das Interesse der arabischen Medien und Diplomaten an Europa in seiner Vielfalt und regionalen Verschiedenheit ist äußerst gering.

In einer Zeit wachsender Verschränkungen und Abhängigkeiten ist dies auch einer der Gründe für Konflikte, die oft auf Unwissen, aber auch auf gegenseitiges Mißverstehen zurückzuführen sind.

Das Auswärtige Amt hat als Antwort auf diese vielleicht drängendste Frage unserer Beziehungen eine eigene Dialog-Abteilung geschaffen, mit fast 30 jüngeren Diplomatinnen und Diplomaten in unseren Botschaften in den arabischen und islamischen Staaten. Ihre Aufgabe ist es, auf Oppositionelle, die Jugend und die Frauen zuzugehen, und einen Beitrag zu einem praktischen, ergebnisoffenen (aber keineswegs wertfreien) Dialog zu den intellektuellen Fragen der Nachbarschaft zu leisten. 

„Geschmacksverbesserung?
Die Begegnung der Kreuzfahrer mit der Ästhetik der islamischen Kunst und Architektur“

Dienstag
08.11.2005
I 19:30 Uhr

Prof. Dr. Claus-Peter Haase I Museum für Islamische Kunst SMB, Berlin

„Reiterkämpfe zwischen ‚Christen und Heiden’. Ein Beispiel von ca. 1280 aus Regensburg und seine Vorbilder“

Dienstag
06.12.2005
I 19:30 Uhr

Dr. Martin Hoernes I Portal zur Geschichte, Bad Gandersheim

„Kampf um heilige Orte? Kriegslegitimation in Judentum, Christentum und Islam“

Dienstag
13.12.2005
I 19:30 Uhr

Prof. Dr. Arnold Angenendt I Universität Münster, Seminar für Liturgiewissenschaft

PROGRAMMÄNDERUNG !! „Saladin zwischen Glaubenskrieg und Reichsgründung“

Dienstag
10.01.2006
I 19:30 Uhr

Prof. Dr. Setefan Leder I Universität Halle-Wittenberg, Orientwissenschaftliches Zentrum

 

„Der Glaubensfeind als Freund: Sultan Saladin und Kaiser Friedrich Barbarossa“

Dienstag
17.01.2006
I 19:30 Uhr

PD Dr. Hannes Möhring I Universität Bayreuth, Facheinheit Geschichte

Schon wenige Jahre nach der Gründung der sogenannten Kreuzfahrerstaaten gelang es den türkischen Stadtherren in Syrien, die „Franken“ in ihr diplomatisches Spiel einzubeziehen und als neuen Machtfaktor den eigenen Interessen nutzbar zu machen. Nur selten jedoch kam es im Mittelalter zum Austausch von Gesandtschaften zwischen Herrschern im christlichen Abendland und im islamischen Orient. Die diplomatischen Kontakte Sultan Saladins zu Kaiser Friedrich Barbarossa bilden eine höchst bemerkenswerte Ausnahme. Es ist allerdings wenig glaubhaft, wenn die Kölner Königschronik zum Jahr 1173 berichtet, Saladins Gesandte hätten um die Hand der Kaisertochter für den Sohn ihres Herrschers gebeten und als Gegenleistung Saladins und seiner Untertanen Übertritt zum Christentum in Aussicht gestellt.

„Orientalische Christen in Palästina zwischen Kreuzfahrern und Muslimen“

Dienstag
24.01.2006
I 19:30 Uhr

Dr. Johannes Pahlitzsch I Universität Mainz, Historisches Seminar, Abteilung Byzantinistik

In diesem Vortrag soll die Situation der verschiedenen orientalischen Kirchen wie etwa der griechisch-orthodoxen, der syrisch-orthodoxen (jakobitischen) oder der armenischen Kirche in Palästina nach der Gründung der Kreuzfahrerstaaten beschrieben werden. Während die Errichtung einer neuen lateinischen (römisch-katholischen) Hierarchie für die als Häretiker eingestuften Armenier und Syrisch-orthodoxen keine weiteren Auswirkungen hatte, bedeutete dies für die im 12. Jahrhundert immer noch als Mitglieder einer gemeinsamen Kirche angesehenen griechisch-orthodoxen Christen eine Vertreibung ihrer Bischöfe und Patriarchen ins Exil und eine zumindest formale Unterordnung unter die lateinische Kirche. Dennoch bewahrte sich ihre Gemeinde für die Zeit der lateinischen Herrschaft ihren eigenständigen Charakter. Die Eroberung Jerusalems und weiter Teile Palästinas durch Saladin 1187 begrüßten die zum großen Teil arabischsprachigen griechisch-orthodoxen Christen im Gegensatz zu den Jakobiten und Armeniern, wurde ihnen doch so eine annähernde Wiederherstellung ihrer Kirchenstruktur, wie sie zur Zeit vor den Kreuzzügen bestand, ermöglicht.

„Vom Einfluss der Kreuzzüge auf die europäischen Kulturen“

Dienstag
31.01.2006
I 19:30 Uhr

Prof. Dr. Rainer Schwinges I Universität Bern, Historisches Institut

„Die Kreuzzüge in der Literatur des Hohen Mittelalters“

Dienstag
07.02.2006
I 19:30 Uhr

Dr. Detlef Goller I Universität Halle-Wittenberg, Germanistisches Institut

 

Der Vortrag will zwei aus heutiger Sicht scheinbar überraschende Darstellungsperspektiven des Kreuzzugsgedankens bzw. der damit verbundenen zeitgenössischen Ideologie in der hochhöfischen Literatur um 1200 etwas näher beleuchten.

1) Dem bis in die Gegenwart bekannten Bereich der höfischen Liebeslyrik, dem Minnesang, werden die sog. `Kreuzlieder´ zugerechnet. Der für den Minnesang zentrale Dienst-Lohn-Gedanke erfährt darin eine interessante Wandlung: Die Liebe zur und der Dienst für die angebetete Dame werden aus der Perspektive des Aufbruchs ins Heilige Land dem dadurch zum Ausdruck gebrachten Gottesdienst des Ritters untergeordnet.

2) Im `Willehalm´ Wolfram von Eschenbachs erscheint ein gegenüber vorgängiger Kreuzzugsepik differenziertes Bild der Andersgläubigen, die zwar im Glaubenskrieg zu besiegen sind, die aber nicht wie Vieh abgeschlachtet werden sollen, da sie wie die Christen Geschöpfe Gottes, gotes hantgetat, sind.

Vorträge am Orientwissenschaftlichen Zentrum der Universität Halle-Wittenberg I Mühlweg 15 I 06114 Halle/Saale

„Sultan Saladin versus Richard Löwenherz: ein interdisziplinäres Ausstellungsprojekt“

Dienstag
11.10.2005
I 18:15 Uhr

Dr. Irmgard Siede I Reiss-Engelhorn Museen, Mannheim

„Die Aiyubiden im Jemen und ihre Erben, die Dynastie der Rasuliden“

Montag
24.10.2005
I 15:15 Uhr

Dr. Werner Daum I Deutsche Botschaft London