Am Ende der späten Jungsteinzeit trat dann neben die Schnurkeramikkultur die Glockenbecherkultur, die aus dem Süden nach Sachsen-Anhalt vordrang und für die frühe Bronzezeit kulturell prägend wurde.

Im Norden Sachsen-Anhalts siedelte im Osten der Altmark weiterhin die Schönfelder Kultur und im Westen die Einzelgrabkultur.

Letztere blieb noch in der frühen Bronzezeit (2300-1600 v.Chr.), dann auch im Osten, wo sie die Schönfelder Kultur ablöste, kulturell bestimmend, während sich zu dieser Zeit im Mittelelb-Saale-Gebiet die Aunjetitzer Kultur entwickelte.

 

 
     
 

Dieses Nebeneinander manifestiert sich in den Feuersteindolchen der Einzelgrabkultur, die Kupfer- und Bronzedolchen nachempfunden sind.

Die unterschiedliche Verbreitung läßt wieder auf eine unterschiedliche Wirtschaft schließen: Während die Einzelgrabkultur traditionell stärker von der Viehhaltung geprägt war, basierte die Wirtschaft der  auf dem Ackerbau. Bei der Aunjetitzer Kultur gewannen nun die Bodenschätze Kupfer und Salz an Bedeutung, denen sie ihre wirtschaftliche Blüte verdankte.

 
 
     
 

So gehört das älteste Briquetage im Stadtgebiet von Halle, mit dessen Hilfe industriell Sole zu Salz versotten wurde, der frühen Bronzezeit an, und den Reichtum an Bronze bezeugen zum einen bis zu 45 kg schwere Hortfunde aus Dieskau (Saalkreis) und Halle-Radewell und zum anderen monumentale Grabhügel bei Helmsdorf (Gemeinde Heiligenthal, Ldkr. Mansfelder Land), Leubingen (Ldkr. Sömmerda, Thüringen) und Dieskau (Saalkreis).

Die in den Grabkammern beerdigten Personen lassen sich anhand ihrer Ausstattung (vor allem aus Gold) als Häuptlinge ansprechen, wobei sich der Reichtum offenbar in den Händen einzelner Familien oder Sippen konzentrierte.

 
 
     
 

Dies verdeutlicht auch der in Nachbarschaft des Grabhügels von Leubingen zum Vorschein gekommene Hort von Griefstedt (Ldkr. Sömmerda) in Thüringen. Zwei der darin vorgefundenen Beile weisen stilistische Beziehungen zu Irland und Schottland auf.

In Cornwall in Südengland befinden sich nun Zinnlagerstätten, die nachweislich in der frühen Bronzezeit ausgebeutet wurden, wobei der begehrte Rohstoff bis nach Südwestdeutschland verhandelt wurde.