In der 2. Hälfte des 5. Jh. gründeten sie unter ihrem ersten König Bisino ein Reich, das sich von der Ohre im Norden bis nach Ober- und Unterfranken im Süden erstreckte. Die ehemalige Ausdehnung des Thüringer Reiches zeichnen die hauptsächlich zwischen dem 4. und 6. Jh. entstandenen Orte nach. Das Thüringer Reich wurde aber bereits 531 von den Franken zerschlagen und in deren Reich eingegliedert. Als Folge der Unterwerfung wurden Teile der thüringischen Bevölkerung ins Frankenreich umgesiedelt. Damit büßten die Thüringer ihre Eigenart ein. Archäologisch läßt sich dieser Bruch in der archäologischen Sachkultur um die Mitte des 6. Jh. erkennen.

 

Eine Bügelfibel aus Laucha

   
 

 

 

 

 

 

 

      

Danach dominiert fränkischer Einfluß. Die Franken wurden in der Schlacht von Sachsen unterstützt, die sich im Nordthüringgau zwischen Bode und Ohre niederließen, wo sie sich aber erst seit dem 7. Jh. archäologisch nachweisen lassen.

 

 

 

 

  

 

 

     
 

 

 

 

 

Zwischen 561 und 566 führten die Franken mit den aus dem Südosten vorrückenden Awaren Kriege. Diese führten zu einer Schwächung des germanischen Einflusses auf die Gebiete östlich von Elbe und Saale und schließlich zu deren Aufgabe. In diesem Zusammenhang wurden die in Brandenburg und bei Berlin beheimateten Nordschwaben zusammen mit den aus Schlesien kommenden Silingen in dem später nach ihnen benannten Nordschwabengau zwischen Bode und Schlenze angesiedelt. In deren alter Heimat ließen sich Slawen nieder, die im Gefolge der Awaren nach Mitteldeutschland kamen.

 

     
 

 

 

 

 

 

 

     

Das Gebiet östlich der unteren und mittleren Saale zählte im 6. Jh. noch zum Frankenreich. Hier siedelten die Warnen, deren Aufstand 594 von den Franken niedergeworfen wurde.

 

 

 

 

 

 

 

     
 

 

 

 

 

Unmittelbar danach drangen die Slawen ins Saalegebiet vor und ließen sich zunächst in den Altsiedelräumen nieder.

Um 630 ist bereits von Grenzkämpfen an der Saale zwischen dem Herzog Radulf und den Sorben die Rede. Wie eine Kette slawischer Burgen westlich von Elbe und Saale belegt, war es den Slawen im 7. und 8. Jh. gelungen, beide Flüsse zu überschreiten und an deren westlichen Ufern Burgen anzulegen.

Im Süden drangen die Slawen den kleineren, zur Saale hin entwässernden Flüssen entlang nach Westen vor, wo sie weitere Burgen errichteten. Das Siedlungsgebiet der Sorben war in Gaue gegliedert, deren Mittelpunkte die Burgen als Sitze des sorbischen Adels bildeten.
Ackerbau und Viehzucht spielten die beherrschende Rolle und unterschieden sich kaum von germanischen Verhältnissen. Die Siedlungen bestanden aus kleinen Grubenhäusern oder Blockhäusern.

Ihre Unabhängigkeit büßten die Slawen westlich von Elbe und Saale in der 2. Hälfte des 8. Jh. im Zuge der Wiederherstellung der Elbe-Saale-Grenze durch die Franken, der Einrichtung eines Grenzmarkensystems mit Burgbezirken und der Errichtung von Brückenköpfen östlich von Elbe und Saale bei Magdeburg und Halle in den Jahren 805 und 806 ein. Im 9. Jh. fanden mehrere Vorstöße von Franken und Sachsen ins Slawengebiet östlich der Saale statt, wobei für 834 die Zerstörung der Hauptburg der Coledizier (?Cösitz, Ldkr. Köthen) durch die Sachsen bezeugt ist.

 

Das Köpfchen aus Merseburg

   
 

 

 

 

 

 

 

     

Von den Karolingern wurde ein innerer Landesausbau begonnen, der von den Ottonen verstärkt fortgesetzt wurde, wobei durch Rodung (-rode- und -schwende-Orte) neues Siedlungs- und Ackerland gewonnen wurde. Die unbewohnten Waldgebiete wurden Königsgut (Bannforste). Sie dienten vornehmlich der Jagd.

Unter Heinrich I. (818-936) wurde das Herrschaftsgebiet erstmals auf die Gebiete östlich von Saale und Elbe ausgedehnt. Die neu eroberten Gebiete wurden unter Otto I. durch die Bildung der Marken Merseburg, Zeitz und Meißen und die Einführung der Burgwardverfassung dem Reich eingegliedert.