|
Unmittelbar danach drangen die
Slawen ins Saalegebiet vor und ließen sich zunächst in den
Altsiedelräumen nieder.
Um 630 ist bereits von
Grenzkämpfen an der Saale zwischen dem Herzog Radulf und den
Sorben die Rede. Wie eine Kette slawischer Burgen westlich von
Elbe und Saale belegt, war es den Slawen im 7. und 8. Jh.
gelungen, beide Flüsse zu überschreiten und an deren westlichen
Ufern Burgen anzulegen.
Im Süden drangen die Slawen den
kleineren, zur Saale hin entwässernden Flüssen entlang nach Westen
vor, wo sie weitere Burgen errichteten. Das Siedlungsgebiet der
Sorben war in Gaue gegliedert, deren Mittelpunkte die Burgen als
Sitze des sorbischen Adels bildeten.
Ackerbau und Viehzucht spielten die beherrschende Rolle und
unterschieden sich kaum von germanischen Verhältnissen. Die
Siedlungen bestanden aus kleinen Grubenhäusern oder Blockhäusern.
Ihre Unabhängigkeit büßten die
Slawen westlich von Elbe und Saale in der 2. Hälfte des 8. Jh. im
Zuge der Wiederherstellung der Elbe-Saale-Grenze durch die
Franken, der Einrichtung eines Grenzmarkensystems mit Burgbezirken
und der Errichtung von Brückenköpfen östlich von Elbe und Saale
bei Magdeburg und Halle in den Jahren 805 und 806 ein. Im 9. Jh.
fanden mehrere Vorstöße von Franken und Sachsen ins Slawengebiet
östlich der Saale statt, wobei für 834 die Zerstörung der
Hauptburg der Coledizier (?Cösitz, Ldkr. Köthen) durch die Sachsen
bezeugt ist. |