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In der frühen Nacheiszeit, vor mehr als 10.000 Jahren, bewaldete
sich die ehemalige Tundra. Zuerst trat die Birke auf, dann die
Kiefer. Später rückten empfindlichere Pflanzen nach, zunächst die
Hasel, dann breitete sich allmählich ein Eichenmischwald mit
Eiche, Ulme, Linde und Esche aus. An die Stelle der arktischen
Tierwelt traten Waldtiere wie Rinder, Hirsche, Rehe und
Wildschweine. In den flachen Geländemulden hatten sich die
Schmelzwässer der Gletscher gesammelt und Seen gebildet, in denen
sich nun ein reicher Fischbestand entwickelte.
Mit Verbesserung
der klimatischen Verhältnisse nahmen deshalb Fischerei und
Kleinwildjagd für den mittelsteinzeitlichen Menschen an Bedeutung
zu. Die Kontinuität im Nahrungsangebot förderte auch die
Wohnplatzkonstanz. Die Siedlungen der Mittelsteinzeit befanden
sich auf Terrassenrändern und Dünen entlang der Flüsse, auf Talsandinseln in den Niederungen oder an den Ufern der Seen (Kalber
See, Fiener See).
Aus der Mittelsteinzeit stammen die ältesten
Gräber aus Sachsen-Anhalt
(Unseburg, Ldkr. Aschersleben-Staßfurt),
darunter die Bestattung einer Schamanin, die in ihrer Funktion als
Mittlerin zwischen Menschen und Höheren Wesen den Jagderfolg
garantierte
(Bad Dürrenberg, Ldkr. Merseburg-Querfurt).
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